VORWORT   -  Ich klage an ... !
DER MANN / seine Werke
INHALT - kurze Übersicht
Das Grundgesetz allen Lebens
PsychologiE - ihre Naturgesetze
  - Fortsetzung
  - VERBRECHER d. Wissenschaft
Die postbiologische Entwicklung
VORTRÄGE, Unterricht, Kontakt
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THE MAN / his works             (E)
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CONFERENCES, cours, contact (F)



    Inhaltsverzeichnis
_________________
­­­­­
Die Grundlegung der Psychologie als Naturwissenschaft
 NATURGESETZLICHE  GRUNDLAGEN  DER  PSYCHOLOGIE
Definition der NATURWISSENSCHAFT PSYCHOLOGIE
Erleben und Verhalten, Verdrängung, Bewusstes und Unbewusstes
• Die grundlegendste Definition der Psychologie
   Erfahrung - geerbte und erworbene
1.Der Wirkungsablauf "Umwelt - Mensch / Mensch - Umwelt"
  -> Abbildung 1
1.1Wie ergibt sich der Wirkungsablauf Umwelt-Mensch-Umwelt ?
1.1.1Die Umweltvermittlungsorgane (Definition)
  -> Abbildung 2
1.1.2Die Verhaltensorgane (Definition)
1.1.3Umweltvermittlungs- und Verhaltensorgane
 -> Abbildung 3
1.2Der Regelkreis Umwelt-Mensch (der Umwelt-Mensch-Regelkreis)
1.2.1"Verknüpfung" der Sinnes- und Verhaltensorgane
  - Bemerkung zur Auslese (Selektion)
1.3LEHRSATZ des DIETMAR G. WEST zum VERHALTEN 
       
2.Der Regelkreis Umwelt - Mensch  (der Umwelt-Mensch-Umwelt-Regelkreis)
· D A S   G R U N D G E S E T Z   D E R   P S Y C H O L O G I E
 Der Soll-Ist-Vergleich und die Befehle an die Verhaltensorgane
  -> Abbildung 4
· NATURGESETZLICHE VORGÄNGE innerhalb des GRUNDGESETZES   DER PSYCHOLOGIE
· Hervorhebung von Regelgrößen im GRUNDGESETZ DER PSYCHOLOGIE
  -> Abbildung 5
  - Beispiele zu Regelgrößen
  - Warum gehören diese Regelgrößen zur Psychologie?
2.1Vergleichen
2.1.1Das Gehirn, die Erfahrung und der Sollwert
· Die Erfahrung und das "Wissen" aus der biologischen (organischen) Entwicklung
2.2Verhalten (ausgeführt durch die Verhaltensorgane)
2.3Vergleichen und Verhalten - bei allen Lebewesen
2.3.1Der Gleichgewichtszustand (das Gleichgewicht)
 - Seelisches Gleichgewicht
 - Fließgleichgewicht
2.3.2Der Regelvorgang (Definitionen)
2.3.3Erleben und Verhalten
  -> Abbildung 6
2.4Der Regelkreis und die Regelung an Beispielen
2.5Wie steht das Gehirn zu dem Neuen ??
 
        
- Fortsetzung (bitte über das Menü auswählen):
       
3.Das gegenseitige Regeln
  -> Abbildung 7 
3.1Das gegenseitige Regeln über ein (passives) Objekt
  -> Abbildung 8
  
  ·Das bedeutungsvollste Ergebnis dieser Entdeckung
_____________


ist nur davon abhängig, wieviel wir an Gesetzmäßigkeit (naturgesetzliche Zusammenhänge, Naturgesetze) von den Erscheinungen, die wir der Psychologie zuordnen, erkannt haben !

Die GRUNDLEGUNG DER PSYCHOLOGIE ALS NATURWISSENSCHAFT wird hiermit - mit diesem Kapitel (mit dieser Seite) - nachträglich nochmals bewiesen, nachdem ich die hier vorgestellten Gesetzmäßigkeiten schon früher (vor 1999) entdeckt und teilweise veröffentlicht hatte !

Vorgänge (in der Natur) unterliegen Gesetzmäßigkeiten, sogenannten Naturgesetzen oder Naturgesetzmäßigkeiten
Alles was auf der Erde vorliegt, ist Natur. Es ist allerdinds nicht mehr nur Natur im ursprünglichen Zustand. Alle Änderungen, die zu neuen Anordnungen und Gebilden von Materie führten und führen, sind demzufolge natürlich. Dabei ist es nicht von Bedeutung, ob die Vorgänge in der Erde (z.B. vulkanische Tätigkeit, geologische Verwerfungen, usw.) oder oberhalb der Erde (z.B. die Bildung neuer Arten, Sterben, Aussterben von Arten, Mutationen die unter anderem zum Menschen führten, usw.) stattfinden.
Auch ist es unerheblich, ob Änderungen der Umwelt vom Menschen ausgeführt werden. Denn diese sind die Folgen einer Gesetzmäßigkeit, die den postbiologischen Entwicklungsvorgang des Homo sapien sapiens bestimmen. Wir verwenden in diesem Zusammenhang den Begriff "künstlich", z.B. wenn der Mensch eine neue Zusammensetzung von Stoffen schafft (siehe Kunststoffe). Dabei wurden "nur" Veränderungen vorgenommen, deren Ergebnis wir als "künstlich" bezeichnen. Es wurden dabei neue Zusammensetzungen geschaffen, wie sie ursprünglich nicht vorlagen. Es sind also "nur" Änderungen der ursprünglichen Natur, wie sie allgemein vom Menschen durchgeführt werden.

Auch der menschliche "Geist", die "Seele", die Gefühle, der Glaube und alle Erscheinungen in und um den Menschen gehen aus der Natur hervor und sind deshalb naturgesetzlich bestimmt. Sie gehen aus der Natur des Menschen und der Wechselwirkung mit den, den Menschen umgebenden und auf ihn wirkenden Objekte und deren Änderungen - den Vorgängen - hervor.

Alle Wissenschaften sind Naturwissenschaften
Es ist ein Blödsinn, ja historischer Blödsinn, die Wissenschaften in Natur- und Geisteswissenschaften zu unterteilen! Warum? Weil der Mensch sich nur mit der Natur befassen kann, da es sonst nichts gibt - wie gesagt, mehr oder weniger ursprüngliche Natur!
Der Mensch kann sich zwar mit dem Geist befassen, dieser aber ist ein Produkt der Natur und damit selbst ein Teil der natürlichen Erscheinungen und Vorgänge.
Sprechen wir von "Geist", "Seele", Gefühlen, Glauben, oder von Dummheit, Arroganz, Rücksichtslosigkeit, dem Egoismus des Menschen oder auch von der Intelligenz, dem Glauben, der Fähigkeit zu erfinden oder allgemein die Umwelt zu ändern, dann sind alle diese Eigenschaften auf naturgesetzliche Größen zurückzuführen, von denen ich noch mehr schreiben werde.
Der Blödsinn der Einteilung der Wissenschaften in Natur- und Geisteswissenschaften geht vermutlich auf platonsche Zeiten zurück, in denen Bezeichnungen (Namen) für noch wenig bekannte, nicht geklärte Vorgänge (Erscheinungen) vergeben wurden. Viele solcher Bezeichnungen wurden als Begriffe deklariert, obwohl die Vorgänge dahinter weder erkannt noch verstanden (begriffen) wurden. So setzen und setzten sich Irrtümer über Jahre, Jahrhunderte und Jahrtausende fort und bilden auch heute noch einen Teil unserer Gedankenwelt. Nicht nur das, sie bilden sogar die Grundlagen für weitere Irrtümer.

Es ist ein naheliegendes Bestreben des Menschen, Erscheinungen einen Namen (eine Bezeichnung) zu geben, auch wenn die Erscheinung selbst noch nicht geklärt oder verstanden wird. Mit diesen Bezeichnungen kann der Mensch sich verständigen, auch wenn es Irrtümer sind; das ist zunächst einfach praktisch, obwohl, wie gesagt damit Irrtümer "in die Welt" gesetzt werden, die sich über Jahrhunderte (oder sogar Jahrtausende) halten.
Viele Bezeichnungen wurden aus früheren Zeiten übernommen und fortgeführt und als Begriffe verwendet und verstanden, obwohl sie auch heute noch für wenig bekannte und nicht geklärte Vorgänge stehen. So sind schon früh viele Irrtümer entstanden, zu denen im Laufe der Zeit immer mehr neue hinzu gekommen sind.
Auch heute noch produzieren Menschen und Gruppen von Menschen Irrtümer unwissentlich, aber auch wissentlich um sich Vorteile zu verschaffen!
Auch heute und gerade heute werden Irrtümer von Menschen und Gruppen von Menschen verbreitet, die, um von jeglichem Verdacht ihrer Unwissenheit abzulenken, mit klangvollen Namen wie z.B. Experten (die Wirschtschaftsweisen der BRD, Finanzexperten, usw.), dazu noch mit Titeln geschmückt sind.
Von Politikern weiß man sowieso, dass sie - bis auf wenige Ausnahmen - Irrtümer verbreiten, um sich Vorteile zu verschaffen. Ihre Lügen - die als solche nicht erkannt werden - werden dann irrtümlich zumindest zu vorübergehenden Wahrheiten. Das Volk lässt sich täuschen und einschüchtern, und somit ist auch der Fortbestand der Lügen, Irrtümer und Unwahrheiten weitgehend gesichert.

Auf einigen Gebieten und in einigen Bereichen des Lebens konnte die Naturwissenschaft Irrtümer beseitigen und die naturgesetzlichen Zusammenhänge verstehen und beschreiben, aber gerade was "die Wissenschaft vom Menschen" (Psychologie) anbelangt, herrschen die Irrtümer immer noch vor. Warum das so ist, obwohl der Mensch millionen- ja milliardenfach als Beobachtungsobjekt zur Verfügung steht, werde ich nach und nach anhand der hier herrschenden Naturgesetzlichkeit aufzeigen.

Da der Mensch ein Teil der Natur ist, so ist auch sein Handeln naturgesetzlich bestimmt !

Daraus folgt auch, dass es einen "freien Willen" (hiervon erfahren Sie später mehr) nicht gibt. Einige Erläuterungen hierzu hatte ich bereits in meinem Buch "Das Prinzip allen Lebens" (Prinzip entdeckt 2004 / veröffentlicht © 2005) abgegeben.  

Was den "freien Willen" anbelangt, ist meine Meinung gleich der der Professoren Dr. Gerhard Roth und Dr. Wolf Singer: Es gibt keinen "freien Willen". 
Begründungen können allerdings aufgrund der von mir entdeckten Naturgesetze im Einzelnen wie auch im Grundsätzlichen eindeutiger und genauer durchgeführt werden.

Um also Erleben und Verhalten des Menschen zu verstehen, muss man die Gesetzmäßigkeiten kennen, die den (psychologischen) Erscheinungen zu Grunde liegen und hier wirken.

Die Gesetzmäßigkeiten (die naturgesetzlichen Zusammenhänge) die das Erleben und Verhalten bestimmen, werde ich im Folgenden ausführlich beschreiben und mit Abbildungen noch verständlicher machen.

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Die Psychologie wird heute "... als Wissenschaft vom menschlichen Erleben, Verhalten und Handeln ..." bezeichnet. (Zitiert aus dem Wörterbuch Psychologie, Seite 9, von Werner D. Fröhlich, dtv 2000).

"Psychologie ist die Wissenschaft vom Erleben und Verhalten des Menschen.", zitiert aus dem Taschenbuch der Psychologie, Seite 15, von Heinz Hemling, Humboldt-Taschenbuchverlag 1974.

Wechselwirkungen:
Was diese beide Herren hiermit zum Ausdruck bringen, geht aus den Wirkungen der Umwelt auf den Menschen und den Wirkungen des Menschen auf die Umwelt hervor. Man kann von Wechselwirkungen sprechen oder sie als solche bezeichnen.      

Ich würde die vorher genannten Definitionen "zuspitzen" und für die DEFINITION DER PSYCHOLOGIE ALS NATURWISSENSCHAFT folgende vorschlagen:

                   Psychologie ist die Naturwissenschaft von den                
naturgesetzlichen Zusammenhängen von Erleben
und Verhalten (insbesondere) beim Menschen ! 


Das setzt voraus, dass Erleben und Verhalten ausreichend beschrieben und definiert sind, was ich nach und nach tun werde.

Erleben und Verhalten, Verdrängung (verdrängen) und Verschleierung (verschleiern), Bewusstes und Unbewusstes
Zunächst sei nur erwähnt, dass mit dem Erleben Verdrängungen zusammenhängen, die darauf zurückzuführen sind, dass bestimmte Ereignisse (Geschehen in der Umwelt und in der Erinnerung), die beim Erleben verarbeitet werden, das Gleichgewicht stören würden und deshalb (bewusst) nicht ertragen werden können.
Das ist das (eigentliche) Dilemma des Menschen: etwas bewusst nicht ertragen zu können, was er aber nicht vermeiden kann !
Beispiel: Ein (der) Mensch handelt so fehlerhaft, dass es anderen Menschen schadet. Das stört auch den Verursacher des Schadens und er sucht (auch unbewusst) einen Ausweg, diesem Zustand, die "Schuld" nicht bei sich zu sehen, zu entkommen.
Der Ausweg besteht in der Verdrängung. Durch die Verdrängung des Störenden kann das Gleichgewicht - man spricht in diesem Zusammenhang auch vom seelischen Gleichgewicht - im bewussten Erleben hergestellt werden.
Selbstverständlich wird das Verdrängte nicht "gelöscht" oder ungeschehen, es wird nur nicht mehr aktuell in dem (ursprünglichen) Zusammenhang erlebt, in dem es den Gleichgewichtszustand stört und bedroht - das ist das Entscheidende. Gelingt das, kann der betreffende Mensch "gesund" weiter leben.
Nach oder im Zuge der Verdrängung wird ein "beschönigter" Zusammenhang (eine Verschleierung, "ein Schleier") hergestellt und erlebt, der ertragen werden kann und der dann das Bewusste ausmacht, im Gegensatz zu dem verdrängten Zusammhang, der das Unbewusste ausmacht.
So wird es möglich, dass Menschen mit ihren negativen Seiten, mit Lug und Trug, ihren Greueltaten, Gewalttaten, Vergewaltigungen aller Art (z.B. geistiger, körperlicher oder materieller Art, wie es heute die herrschende Regierung der Bundesrepublik Deutschland in vielerlei Hinsicht tut) sich wohlfühlend leben können.
Ja die Verdrängung macht es möglich, dass sich Mörder und Verbrecher als Retter der Menschen oder der Menschheit erleben. Ja, die Verdrängung macht es möglich, dass Unrecht als Recht erlebt wird, sowie die eigenen Handlungen als alleinig rechtens!
Wie das im Einzelnen abläuft und weitere naturwissenschaftliche Grundlagen und  Erkenntnisse zum Verständnis dieser Vorgänge, werde ich später genauer aufzeigen.


Die grundlegendste Definition der Psychologie geht jedenfalls aus dem Grundgesetz der Psychologie hervor, wie ich es hier anschließend ableite.
Demnach gilt:

                        Die Psychologie ist die Wissenschaft von den
Wechselwirkungen zwischen der Umwelt
und dem Menschen.

Diese Defintion beinhaltet dann auch das Erleben und Verhalten. Dabei ist hier das Erleben zu verstehen, das aus der Wirkung der Umwelt hervorgeht und das Verhalten, mit dem der Mensch in die Umwelt wirkt und einen geschlossenen Wirkungsablauf ergibt, der im Folgenden erklärt wird.


Erfahrung - ererbt und erworben
Man muss wissen und ich möchte darauf aufmerksam machen, dass Erleben und Verhalten mit Erfahrung zusammenhängt. Erfahrung ist eine Form der Energie. Sie sammelt sich an und hat eine spezifische Struktur.
Erfahrung geht aus dem vorher Gelebten und Erlebten hervor. Damit kommt ihr eine ganz große Bedeutung für das Verhalten zu. Die Erfahrung beinflusst und bestimmt zum großen Teil das Verhalten. Erfahrung wird uns bewusst oder auch nicht.
Vorab möchte ich schon einmal andeuten, dass z.B. in den Genen eine Erfahrung aus der biologischen Evolution (organischen Entwicklung) vorliegt.
 
Was sich von dem durch Gene bestimmte Verhalten in den Lebensvorgängen bewährt hat und zum Überleben geführt hat, das ist als Plan für ein neues Leben in den Genen festgehalten. Daraus geht ein Verhalten hervor, das wir als vererbt (geerbt) und nicht als im Laufe des Lebens erworben bezeichnen.

Das ererbte Verhalten ist, sowie das erlernte (erworbene) Verhalten auch, nur in Verbindung mit einer Umwelt möglich. Lesen Sie dazu auch die Definition des Lebens in dem Kapitel "Das Prinzip allen Lebens". 
Das komplexe Thema der Erfahrung werde ich irgendwann später ausführlicher behandeln.

Es gilt also, den naturgesetzlichen Zusammenhang zwischen Mensch und Umwelt genauer zu betrachten, um das Erleben und Verhalten genauer bestimmen und beschreiben zu können.

Im Folgenden beschreibe und zeige ich Zusammenhänge, wie sie naturgesetzlich gegeben sind. Es sind somit Naturgesetze.



  • Voraussetzung zum Verstehen psychologischer, also erlebnis- und verhaltensbedingter Vorgänge, sind Kenntnisse vom Wirkungsablauf des Geschehens zwischen einem Menschen und seiner Umwelt. Ich nenne díesen Wirkungsablauf kurz auch nur: Wirkungsablauf Umwelt-Mensch oder Wirkungsablauf Mensch-Umwelt.

Für die weiteren Betrachtungen und Beschreibungen des Wirkungsablaufes nehme ich graphische Darstellungen zur Hilfe, in denen je ein Kästchen stellvertretend für die Umwelt (links vor Ihnen) und für einen Menschen (rechts vor Ihnen) steht. Umwelt und Mensch sind in dieser Abbildung durch zwei Bögen "verbunden". Die Pfeile zeigen die Richtung der Wirkungen.

Naturgesetzliche Grundlagen der Psychologie: Der Wirkungsablauf UMWELT-MENSCH  (Darstellung Nr.1).Abb. 1  zeigt den Wirkungsablauf Umwelt-Mensch: es ist ein geschlossener Wirkungsablauf. Er entspricht hier einem Regelkreis. Den Regelkreis werde ich anschließend behandeln.


Diesen Wirkungsablauf wiederhole ich nochmals:

Umwelt  --> Rezeptoren, Sinneszellen, Sinnesorgan (Reizvorgänge)  --> Gehirn (Verarbeitung im Gehirn)  --> Organe die das Verhalten ausführen (Verhalten) --> Umwelt.

---


Ein solcher Wirkungablauf ergibt sich einmal aus der Tatsache, dass ein Mensch die Umwelt mittels bestimmter Sinnesorgane (ich nannte sie in meinen naturwissenschaftlichen Abhandlungen --> Umweltvermittlungsorgane) vermittelt bekommt.

Sinnesorgane haben Rezeptoren, in denen zunächst einmal "Reizvorgänge" stattfinden, aus denen entsprechende Meldungen (Signale, Impulse) hervorgehen und in Nervenleitungen an das Gehirn geleitet werden.


"Umweltvermittlungsorgane" ist einer von mehreren Begriffen, die von mir neu eingeführt wurden. Damit sind Organe gemeint, durch die ein Mensch Umwelt und die dort stattfindenden Änderungen vermittelt bekommt. Man spricht bei diesen Organen auch von Sinnen (Sehsinn, Hörsinn, usw.).

Solche Sinnesorgane, die uns die Umwelt vermitteln, sind z.B. das Auge, das Ohr, aber auch die Nase und der Mund als Geruchs- und Geschmackssinn. Dazu ist auch noch der Tastsinn zu zählen, also alle Organe oder "Sinne", die dem Menschen die Umwelt vermitteln.


  • Wahrnehmung:
     Ich schreibe mit Absicht, dass die Sinnesorgane "Umwelt vermitteln" und nicht vom "Wahrnehmen durch die Sinnesorgane", weil die Wahrnehmung erst entsteht, wenn das von der Umwelt durch die Sinnesorgane Vermittelte vom Gehirn entsprechend verarbeitet wurde. Erst dann kommt es zur Wahrnehmung (und z.B. zur Abbildung der Umwelt im Gehirn, zum Erleben und zu all den Erscheinungen, die wir der Psychologie zuordnen, wovon Sie später mehr erfahren).                    


Die vorhergehende Abbildung zeigt also den Wirkungsablauf Umwelt-Mensch (Mensch-Umwelt): es ist ein geschlossener Wirkungsablauf. Im Einzelnen lässt er sich in groben Schritten wie folgt beschreiben:

        Umwelt --> die Umwelt und ihre Änderungen erreichen als "physikalisches und/oder chemisches Geschehen" die Rezeptoren der Sinnesorgane und rufen Reizvorgänge hervor, das Geschehen in den Rezeptoren (Änderungen dort) werden --> an das Gehirn geleitet, in dem eine Verarbeitung stattfindet; diese Verarbeitung hat das Ziel --> ein Verhalten hervorzurufen, mit dem der Mensch --> in die Umwelt wirkt.
Damit schließt sich der Wirkungsablauf!
  

Diesen geschlossenen Wirkungsablauf wiederhole ich nochmals durch die hervorgehobenen Begriffe:

Änderungen in der Umwelt --> Reizvorgänge --> Verarbeitung im Gehirn --> Verhalten --> Wirkungen in der Umwelt.

Damit ist der Wirkungsablauf geschlossen !


Details im Wirkungsablauf
 
In den folgenden Darstellungen von mehr Details in dem Wirkungsablauf verwende ich weiterhin zwei Kästchen, eines für die Umwelt (links vor Ihnen) und eines für den Menschen (rechts vor Ihnen). Aber die Verbindungen dieser beiden Kästchen mache ich nicht mehr durch Bögen, sondern stelle sie durch gerade Linien dar, wie die folgende Abbildung zeigt.

Diese Darstellung ist sehr zweckmäßig, da sie eine einfache und klare Darstellung des Wirkungsablaufes und der Einzelheiten erlaubt. Mehr Kästchen können nach und nach eingefügt werden und die einzelnen Kästchen mit Einzelheiten ergänzt werden.


Naturgesetzliche Grundlagen der Psychologie: Der Wirkungsablauf Umwelt-Mensch (Darstellung 2).Abb. 2:  Der Wirkungsablauf Umwelt-Mensch.

Sie sehen wiederum den Wirkungsablauf, den ich durch die einzelnen Bereiche nochmals angebe:

Änderungen in der Umwelt  --> Reizvorgänge  --> Verarbeitung im Gehirn  --> Verhaltensorgane  -->  Verhalten  -->  Wirkungen in der Umwelt.

Auch hier schließt sich der Wirkungsablauf !


"Verhaltensorgane" ist einer von mehreren Begriffen, die von mir neu eingeführt wurden. Damit sind Organe gemeint, durch die ein Mensch sein Verhalten ausführt  und mit denen er in die Umwelt wirkt. Es sind z.B. die Arme, die Hände, seine Beine und Füße (also der Bewegungsapparat), aber auch sein Mund und was dazu gehört, um Laute abzugeben oder zu sprechen. Auch durch Laute oder Sprechen wirkt ein Mensch (oder ein Lebewesen) in die Umwelt.



Diese Bezeichnungen bestimmter Organe habe ich von der Aufgabe und dem Zweck, die sie in dem Konzept der Natur für das Lebendige erfüllen, abgeleitet. Das bedeutet, dass mit dem Nennen dieser Bezeichnungen leicht zu verstehen ist, was gemeint ist. Dadurch werden diese Bezeichnungen zu Begriffen, die ich in der folgenden Abbildung nochmals im Zusammenhang darstelle.

Der Wirkungsablauf Umwelt-Mensch (Darstellung Nr.3): Umweltvermittlungs- und Verhaltensorgane.Abb. 3:  Der Wirkungsablauf Umwelt-Mensch. Umweltvermittlungs- und Verhaltensorgane. 

  

Aufgabe:
              
 
 
Versuchen Sie herauszufinden oder zu bestimmen, wieviele solcher Wirkungsabläufe etwa an einem Tag durch Ihr Gehirn gehen.

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Wenn ein Mensch durch sein Verhalten in die Umwelt wirkt, dann ändert sich dort auch etwas. Diese Änderungen in der Umwelt werden durch die Sinnesorgane (siehe Reizvorgänge) wiederum dem Gehirn zugeführt. Das Gehirn wiederum verarbeitet die neue Situation in der Umwelt und veranlasst wiederum ein entsprechendes Verhalten. Auf diese Weise erfolgt eine Rückmeldung (in "Neudeutsch": Feedback) und wir haben es mit einem Regelkreis zu tun.

Diesen Regelkreis beschreibe ich etwas später als das Grundgesetz der Psychologie näher.



Die Sinnesorgane (hier die Umweltvermittlungsorgane) und die das Verhalten ausübenden Organe - die Verhaltensorgane - sind in einem Regelkreis verknüpft. Dadurch kommt auch zum Ausdruck, dass diese aufeinander abgestimmt sein müssen !

Beispiel:  Wenn ein Mensch (oder ein anderes Lebewesen) Verhaltensorgane hat, durch die er große Beweglichkeit und Geschwindigkeit erreichen kann, dann hat das nur einen Zweck, wenn auch die Sinnesorgane (Umweltvermittlungsorgane) die schnellen Änderungen, die dabei aufkommen, dem Gehirn vermitteln können.

Beispiel:  Wenn die Sinnesorgane eines Menschen (oder eines Lebewesens) Umwelt und Änderungen in der Umwelt vermitteln, auf die er nicht reagieren kann, dann hat es auch keinen Zweck.

Aufgabe:
       
 
 
 
Versuchen Sie an verschiedenen Beispielen zu beschreiben, was passieren würde, wenn das nicht so wäre, wie ich es in den Beispielen aussage !?


Bemerkung zur Auslese (Selektion):
   
Die Abstimmung der Sinnesorgane (Sinneszellen und Rezeptoren) mit den Verhaltensorganen dürfte in der Evolution eine bedeutende Rolle gespielt haben und mit ein Auslesefaktor gewesen sein !

---


Verhalten weist jedes Lebewesen auf. Verhalten hat sich in Millionen (ja Milliarden) Jahren mit den Lebewesen herausgebildet. Verhalten ist arteigen, aber auch mit begrenzten Abweichungen individuell. Das Verhalten hat einen ZWECK, der bei allen Lebewesen gleich beschrieben werden kann und muss.

Über den Zweck des Verhaltens möchte ich eine für alle Lebewesen (und damit auch für den Menschen) gültige Aussage treffen, die ich gerne als Lehrsatz verstanden wissen möchte:



                                  + © 2008 - Dietmar G. West

Der Zweck des Verhaltens eines jeden Lebewesens und
 

  
und damit auch der Zweck des Verhaltens des Menschen
ist es, die größtmögliche Sicherheit für sein Leben
und Überleben zu erreichen.


Man kann es auch so sagen:
Durch das Verhalten soll ein Lebewesen, also auch ein Mensch, zu der Umwelt (den Gegebenheiten, den Bedingungen) eine Beziehung, ein Verhältnis herstellen, das ihm maximale Sicherheit bietet. (siehe auch Anpassung --> Beziehung, usw.)


Aufgabe:  
             
     
         
       
    
     
      
Es könnten bei Ihnen Zweifel darüber aufkommen, ob dieser Lehrsatz stimmt, insbesondere wenn Sie ihn auf den Menschen beziehen.
Wenn das der Fall ist, versuchen Sie die Gründe für Ihre Zweifel zu sammeln und zu formulieren.
Versuchen Sie dann zu ergründen, was Sie in Ihren Überlegungen und Folgerungen nicht berücksichtigt haben und warum dieser Lehrsatz dennoch richtig ist !?

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  • D A S   G R U N D G E S E T Z   D E R   P S Y C H O L O G I E

Nachdem ich in dem Vorhergehenden den geschlossenen Wirkungsablauf Umwelt-Mensch (Regelkreis) kurz dargestellt und beschrieben habe, gehe ich dazu über, diesen Wirkungsablauf etwas ausführlicher durch mehr Einzelheiten zu beschreiben.

Der geschlossene Wirkungsablauf ist, wie bereits erwähnt, als Regelkreis zu betrachten (da er ein Regelkreis ist).

Was ich bislang noch nicht zum Ausdruck gebracht habe und was zu einem Regelkreis (--> Regelvorgang) gehört, ist ein Bereich in dem ein Vergleich, ein sogenannter Soll-Ist-Vergleich stattfindet. Dieser Bereich wird dem Regler zugeordnet. Die Aufgabe des Reglers übernimmt das Gehirn.

Soll-Ist-Vergleiche und die Befehle an die Verhaltensorgane:

Der Soll-Ist-Vergleich hat den Zweck, eine Differenz (ein Signal) zu bilden, das für die im Wirkungsablauf folgenden Organe ein Befehl ist. Dieser Befehl (Signal) wird bei Regelvorgängen allgemein Stellgröße genannt. Die Stellgröße ist z.B. die Frequenz der Impulse in den Bewegungsnerven (motorische Nerven), die zu den Muskeln führen.

Bemerkung:

  • Eine andere Art von Stellgröße sind die Hormone, die über das Blut gezielt Zellen erreichen und so in die Aktivität (das Verhalten) der Organe und damit des Organismus unterstützend eingreifen. Die Hormone werde ich später in die Betrachtung der Regelkreise einbeziehen.

Beim Menschen erhalten in dem Umwelt-Mensch-Regelkreis die Organe Befehle, die das Verhalten ausführen. Ich bezeichne diese Organe deshalb als Verhaltensorgane.

Die nun folgende Darstellung enthält bereits genügend Grundsätzliches und die notwendigen Einzelheiten, um von dem Grundgesetz der Psychologie sprechen zu können. Ich werde diese Aussage anschließend erläutern. Zunächst einmal die graphische Darstellung:

Das Grundgesetz der Psychologie  (Darstellung Nr.1)Abb. 4   Das Grundgesetz der Psychologie.   Es ist das Grundgesetz der Psychologie, da aus diesem Regelkreis Umwelt-Mensch alle Erscheinungen hervorgehen, die wir der Psychologie zuordnen, wie z.B. auch Geist und Seele.

In dieser Abbildung 4 sehen Sie rechts etwa in der Mitte, die kurze schwarze Linie mit Pfeil, neben der Sollwert und (Führungsgröße) steht. Diese Linie mit Pfeil weist keine weitere Verbindung auf und sie finden auch keine weitere Angaben dazu. Aber bereits jetzt finden Sie in dem Kapitel Das PRINZIP allen LEBENS einiges mehr zu diesem komplexen Thema der Sollwerte und der Führungsgrößen, das ich noch behandeln werde.

Sie sehen links wieder die Umwelt und rechst einen Menschen. Die dickeren schwarzen Linien und Kästchen stellen den Verlauf der Wirkungen, den Wirkungsablauf, dar. Damit Sie ihn leichter verfolgen können und er Ihnen langsam vetrauter wird, gebe ich eine Folge der verwendeten Begriffe an, die nacheinander in diesem - hier im Uhrzeigersinn drehend  aufgezeichneten - Wirkungsablauf, auftreten:

Umwelt (Regelgrößen) --> Geschehen-so (Istwert-so) --> Sinnesorgane --> Istwert-p  -->  Istwert  --> Regler = Gehirn, es vergleicht (dargestellt durch den Kreis) den Istwert mit dem Sollwert und bildet einen entsprechenden Wert, eine Differenz e (e=Sollwert-Istwert) der  --> Stellgröße --> Stellglieder = Verhaltensorgane --> Verhalten --> Umwelt (Regelgrößen).

Damit ist auch hier der Wirkungsablauf geschlossen !

Selbstverständlich sind hier noch nicht alle Einzelheiten erfasst, insbesondere die Schritte der Verarbeitung im Gehirn. Es müssten also noch viele Kästchen mit Inhalt eingefügt werden. Die mit "A" und "B" bezeichneten Kästchen habe ich nur eingefügt, um kein Missverständnisse aufkommen zu lassen darüber, dass im Gehirn im Einzelnen noch Vorgänge der Verarbeitung ablaufen, bis es zu dem Vergleichen und anschließend z.B. zu den Befehlen in den Nervenleitungen kommt.

Bemerkung:

  • Zunächst einmal habe ich aber auch Gründe, nicht mehr anzugeben ! (Sie würden das verstehen, wenn Sie die Ignoranz und Arroganz der Professoren kennen gelernt hätten). Jetzt aber weiter zum Grundgesetz der Psychologie.


Aus diesem Umwelt-Mensch-Regelkreis geht alles hervor, was wir der Psychologie zuordnen:

  • die Beziehungen zu anderen Menschen und zu der Umwelt allgemein, ob diese nun gut, schlecht, leidvoll, lustvoll oder schmerzvoll, vertrauensvoll, lieblos, herzlich, usw. sind und ob wir sie als Abneigung, Zuneigung, usw. bezeichnen.
  • Freude, Friede, Angst, Kummer, Neid, Leid, Hass, Qual, usw.
  • Ansichten, Meinungen, Ideen, usw.
  • Eigenschaften die wir z.B. als intelligent, ehrgeizig, strebsam, gutherzig, "charakterlos", "dumm", "blöd", usw. bezeichnen
  • Geist und Seele
  • und so weiter.

Weiterhin gehen gehen aus diesem Regelkreis hervor:

  • Die Verdrängung
  • Das Bewusste als auch das Bewusstsein und das Unbewusste.


       Kein Mensch kann sich diesem naturgesetzlichen Ablauf - dieser Naturgesetzmäßigkeit des Umwelt-Mensch-Regelkreises - entziehen. Er wirkt immer und bei jedem Menschen und er ist deshalb ein Naturgesetz, nämlich:      
 
                  DAS GRUNDGESETZ DER PSYCHOLOGIE !

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Innerhalb - man kann auch sagen "unterhalb" - dieser grundsätzlichen Gesetzmäßigkeit des Umwelt-Mensch-Regelkreises, der das GRUNDGESETZ DER PSYCHOLOGIE ist, finden weitere Vorgänge statt, die bestimmten Gesetzmäßigkeiten folgen und die als einzelne Gesetze beschrieben werden können.

Diese Vorgänge, die innerhalb (unterhalb) dieser grundsätzlichen Gesetzmäßigkeit des Umwelt-Mensch-Regelkreises stattfinden, rufen Erscheinungen hervor, wie wir sie vor allem aus der Psychologie kennen.

Solche Erscheinungen sind zum Beispiel:

  • die "Gefühle" (eine Definition auf naturgesetzlicher Grundlage fehlt noch), welche auch immer: Hass, Neid, Scham, .... usw. Insbesondere können der Zweck und die Notwendigkeit der Gefühle nur aus diesem Wirkungsablauf erklärt werden.
  • die Typologie (psychologische Funktionen und psychologische Typen) nach Carl Gustav Jung
  • das Denken
  • die Verdrängung und die Verschleierung (Begriffe in der Psychologie, die auf Sigmund Freud zurückgehen.
  • die "Innere Uhr" und ihre Entstehung beim Menschen und bei Lebewesen (siehe dazu Das PRINZIP allen LEBENS). Auch sie erklärt sich nur aus diesem Wirkungsablauf.
  • Bewusstes, Unbewusstes
  • usw. 

Alle diese Erscheinungen sind die Folge von Gesetzmäßigkeiten, die innerhalb (unterhalb) des GRUNDGESETZES DER PSYCHOLOGIE (dem Umwelt-Mensch-Regelkreis) ablaufen und wirken.

Mehrere dieser Gesetzmäßigkeiten werde ich Ihnen nach und nach vorstellen.


Aufgabe: 
               
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
       
  
              
       
Sie sind z.B. ein Studierender der Psychologie.
Dann fragen Sie Ihren Dozenten oder Professor, was der naturgesetzliche Hintergrund (die naturgesetzliche Grundlage) der Verdrängung (im Sinne von Sigmund Freud und im erweiterten Sinn) ist. Wenn ihr Professor es zu wissen meint, dann lassen Sie es sich erklären und versuchen es anhand dessen zu prüfen, was Sie bislang in diesem Kapitel erfahren konnten.
Weiß der Professor es nicht, so versuchen Sie es ihm anhand von dem zu erklären, was Sie hier bislang erfahren konnten. Damit es Ihnen nicht allzu schwer fällt, gebe ich Ihnen einige Hinweise:

1. Im GRUNDGESETZ der PSYCHOLOGIE (Abb.4 und 5) erscheint ein sogenannter Sollwert. Er ist vergleichbar mit einer Forderung eines Menschen an die Umwelt.
2. Der Mensch sei ein Kind und die Umwelt ein Vater oder eine Mutter.
Wenn die Umwelt (der Vater oder die Mutter) einer Forderung des Kindes nicht nachkommt, dann entspricht der Istwert nicht dem geforderten Sollwert. Was bedeutet das dann für den Menschen (das Kind)? Was für Möglichkeiten ergeben sich für das Kind, mit der Situation fertig zu werden?

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In der nun folgenden Abbildung 5 stelle ich nochmals das Grundgesetz der Psychologie dar. Zum Unterschied zu der vorhergehenden Abbildung 4 hebe ich hier die Regelgrößen mehr hervor, indem ich einige aufführe.

Ganz deutlich ist hier dargestellt, dass die Regelgrößen, die ein Mensch aktiv für sich regelt, zurückgeführt werden und dem Organismus zur Verfügung stehen. Das zeige ich durch die in Grün dargestellten Linien mit Pfeilen, die auf den Organismus gerichtet sind.

Das Grundgesetz der Psychologie (Darstellung Nr.2).Abb. 5  Das Grundgesetz der Psychologie: Diese Darstellung enthält mehr Details zu den Regelgrößen.


Diese Form der Darstellung hat den Vorteil, dass ich oder Sie diesem Regelkreis (dem Grundgesetz der Psychologie) weitere Regelgrößen hinzufügen können und das einfach, indem man mehr solcher Linien und Pfeile einzeichnet, die auf den Organismus gerichtet sind und die entsprechende Regelgröße einträgt.

Aufgabe: Geben Sie weitere Beispiele von Regelgrößen.


Bevor ich in einer nächsten Abbildung weitere Regelgrößen in der Umwelt aufführe, möchte ich zunächst die in der Abbildung 5 angegebenen Regelgrößen etwas genauer beschreiben.


Die Lichtstärke
Wir sehen Objekte unserer Umwelt nur, wenn eine bestimmte Lichtstärke auf die Objekte trifft.
Damit wir uns sicher in der Umwelt bewegen, ist es also wichtig, dass genügend Licht auf die Objekte trifft. Nur so können wir vermeiden, dass wir zum Beispiel stolpern, uns den Kopf anschlagen, ausrutschen, usw. Nur wenn auf ein Objekt genügend Licht fällt, können wir es sicher erkennen oder greifen, usw.
Mit Lichtstärke ist hier also das Licht gemeint, das auf Objekte trifft, die unser Sinnesorgan Auge uns vermitteln soll.
Wir versuchen deshalb wichtige Objekte in einem Licht erscheinen zu lassen, das ausreichend ist, dass uns ein Objekt vermittelt wird. So bewegen wir uns auf Wegen, die ausreichend beleuchtet sind. Oder wir beleuchten den Weg, den wir gehen müssen. Damit vermeiden wir Gefahren, was zu unserer Sicherheit beiträgt. Alles das erreichen wir durch ein bestimmtes Verhalten. Die Beispiele zeigen, wie wir die Lichtstärke auf den Objekten in dem Umwelt-Mensch-Regelkreis letztlich durch ein enstprechendes Verhalten regeln.

Alles das bedeutet letztlich, dass wir durch unser Verhalten eine Vorrergulierung der Lichtstärke auf den Objekten, die wir wahrnehmen müssen, erreichen. Diese Vorregulierung muss sicherstellen, dass die Lichtstärke auf den Objekten einen bestimmten Wert hat oder in einem bestimmten Bereich liegt, der ausreichend ist, dass letztlich das Auge das Objekt (eine bestimmte Umwelt) vermitteln kann.
Das Organ Auge hat selbst die Möglichkeit über die Pupille die Lichtstärke genauer zu regeln. Über die Linse erreicht es eine Scharfstellung des Objektes auf der Netzhaut. Beides setzt die Bedingung voraus, dass das Objekt durch eine Vorregulierung der Lichtstärke bereits enstprechend beleuchtet ist. Damit ergänzen sich der Umwelt-Mensch-Regelkreis und der Regelkreis, der dem Gehirn letztlich die Umwelt vermittelt. Sehen Sie dazu auch Das Prinzip allen Lebens.


Die Sauerstoffkonzentration oder der Sauerstoffgehalt in der Luft
Der menschliche Organismus ist in einer Umgebung (Umwelt) entstanden, in der in der Luft ein gewisser Prozentsatz Sauerstoff enthalten ist.
Dieser Prozentsatz an Sauerstoff kann unter Umständen verloren gehen. Das kann sein, wenn zum Beispiel in einem Raum viele Menschen sind und Sauerstoff nicht ausreichend zugeführt wird.
Wenn man in die Höhe steigt, ändert sich der eingeatmete Sauerstoff wegen des geringeren Luftdruckes.
In solchen Fällen wird durch ein entsprechendes Verhalten (Maßnahmen) dafür gesorgt, dass der notwendige Sauerstoff oder die Sauerstoffkonzentration in der einzuatmenden Luft vorhanden ist. Das geschieht z.B. heute beim Bergsteigen, in dem Sauerstoff mitgenommen und über Atemgeräte zugeführt wird.
Wenn in einem Raum Sauerstoff fehlt, werden Fenster geöffnet oder eine Zwangslüftung eingeführt.
Alles das sind Maßnahmen bzw. Verhalten die dazu führen, den Sauerstoff oder die Größe Sauerstoffgehalt in der eingeatmeten Luft auf einem bestimmten Wert zu halten. Die Maßnahmen können also unterschiedlich sein und erfordern einen Vergleich und ein entsprechendes Verhalten, durch das letztlich der Sauerstoff oder die Sauerstoffkonzentration in der einzuatmenden Luft geregelt wird. Wir haben es also mit Regelkreisen zu tun!

Das alles bedeutet, dass die Sauerstoffkonzentration in dem Umwelt-Mensch-Regelkreis auf einem bestimmten Wert oder in einem bestimmten Bereich gehalten werden muss, damit der Organismus - auch durch Regelkreise - letztlich im Austausch des Kohlendioxyds im Blut genügend Sauerstoff ins Blut schaffen kann. (siehe auch --> Das Prinzip allen Lebens.)


Leistungen
Was diese Regelgrößen anbelangt, gibt es sie in vielen Formen. Leistungen werden täglich im Haushalt, in der Arbeit, im Sport oder in der Schule vollbracht.
Insofern sie uns Vorteile bringen oder subjektiv den Eindruck von Vorteil erwecken, versuchen wir, wie z.B. bei der Leistung in der Schule, hohe Werte zu erreichen, was letztlich gute Noten bedeutet.
Durch bestimmte Leistung sicher wir uns einen Anteil in der Gesellschaft, der dazu führen soll, dass wir leben und überleben können. Das bedeutet unter anderem und letztlich, dass wir die notwendigen Nahrungsmittel besorgen können, die einem Organismus zugeführt werden muss.
Damit dient auch hier die Regelung im Umwelt-Mensch-Regelkreis als eine Vorregulierung zur Beschaffung dessen, was ein Organsimus braucht! Siehe dazu wiederum Das Prinzip allen Lebens.


Die Temperatur
Die Temperatur ist eine Eigenschaft unserer Umwelt und damit eine physikalische Größe.
Der menschliche Organismus braucht eine bestimmte Umgebungstemperatur um zu leben. Deshalb wird diese Größe (eine Eigenschaft der Umwelt) zu einer Regelgröße, die durch das Verhalten des Menschen geregelt werden muss.
Dabei ist die Temperatur am Körper, also an der Haut letztlich maßgebend. Wenn die Temperatur am Körper in einem bestimmten Bereich liegt, dann kann der Organismus den Rest an Regelung übernehmen und die Temperatur im Inneren um die 37 Grad halten.
Ist die Temperatur um den Organsimus zu hoch oder zu niedrig, dann kann die organische Regelung nicht mehr arbeiten und der Organismus stirbt.

Der Mensch hat durch sein Verhalten verschiedene Möglichkeiten die Temperatur am Körper in einem bestimmten Bereich zu halten.
Der Mensch kann sich in den Schatten oder aus dem Schatten bewegen; er kann sich Kleidung anziehen oder Kleidung ausziehen; er kann sich in einen Raum begeben und diesen heizen oder abkühlen. Alles das sind Maßnahmen, die aus seinem Verhalten hervorgehen. So kann der Mensch die seinen Organismus umgebende Temperatur regeln.


Abstände
Ein Mensch muss aus verschiedenen Gründen Abstände zu den verschiedenen Objekten in seiner Umwelt einhalten.
Einmal um sich nicht an Objekten zu stoßen. In Auseinandersetzungen wird man als Unterlegener versuchen Abstand zu einem Stärkeren zu halten.
Außerdem braucht man Abstände, die aus territorialen Ansprüchen entstehen, die z.B. der Nahrungsbeschaffung dienen, usw. Diese Abstände regeln wir durch Vergleich und letztlich durch unser Verhalten.
Jeder Mensch hat sicher sicher selbst erfahren: man braucht Nähe; aber zu viel auch nicht. Also muss ein Verhalten für die notwendigen Abstände sorgen.

Warum gehört das zur Psychologie?

Nun werden Sie vielleicht sagen: Was soll an diesen Regelgrößen (Lichtstärke, Sauerstoffgehalt, Leistungen, Temperatur, Abstände) psychologisch sein? Warum soll man hier von Psychologie sprechen?
Nun, Sie werden das bald einsehen, wenn es nicht gelingt, diese Regelgrößen innerhalb der Grenzen oder auf den Werten zu halten, die der Organismus braucht, um zu funktionieren.

1. Lichstärke
Wenn Sie nicht genügend Licht haben, um eine Arbeit auszuführen, dann werden Sie unruhig, Sie werden nervös, ja sogar aggressiv. Sie machen Fehler und werden wütend.

2. Sauerstoffkonzentration in der Luft
Ähnlich ergeht es Ihnen, wenn Sie in einem Raum mit vielen Menschen sitzen und im Raum herrscht Sauerstoffmangel, weil er nicht genügend belüftet ist.  "Es stinkt" Ihnen, Sie werden unruhig und können sogar Beklemmungen und Angst bekommen.
Wenn Sie gehindert werden den Zustand zu ändern, beginnen Sie Streit mit den Menschen, die Sie daran hindern, usw.

3. Leistungen
Sie sind sicher nicht abgeneigt, mit Leistungen aufzuwarten. Wird jedoch zum Beispiel zu viel Leistung abverlangt oder gefordert, dann wird man überfordert sein und sich nicht mehr "wohlfühlen".  Je nachdem, kann es zu Depression führen, wenn man gewissen Leistungsforderungen nicht nachkommen kann.
Es kann aber auch sein, dass sie keine Möglichkeit haben, keine Chancen bekommen eine Leistung zu vollbringen, dann führt das auch wieder zu einem psychischen Zustand der Unausgeglichenheit mit entsprechenden Folgen, die jeder kennt. 

4. Temperatur
Wenn die Sie umgebende Temperatur für Sie nicht passend ist, werden Sie unruhig, Sie fühlen sich nicht wohl, Sie werden ungeduldig und möchten den Zustand schleunigst ändern. Sie schimpfen über den Zustand oder Sie reissen verzweifelt ein Kleidungsstück vom Leib, wenn es zu heiss ist.

5. Abstände

Sie fühlen sich unwohl, wenn Sie Abstände nicht einhalten können. Sie fühlen sich unwohl, wenn jemand Ihnen "auf die Pelle rückt". Anders wiederum beklagen Sie sich in manchen Fällen, wenn Abstände zu groß sind, usw.

Sie sehen also, dass wir es hier mit den Grundlagen der Psychologie zu tun haben und zwar nicht mit irgendwelchen geschwätzten oder gedachten Grundlagen, sondern mit den naturgesetzlich gegebenen Grundlagen, die sich aus den Forderungen des Lebens und des Überlebens ergeben. 

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Entscheidend und was auch neu ist, ist die dargestellte Tatsache, dass im Gehirn, wie bei jedem Regler ein Vergleich zwischen einem Soll- und einem Istwert stattfinden muss. Der Vergleich wird durch die zwei auf den eingezeichneten kleinen Kreis zugehenden Pfeile und den abgehenden Pfeil zum Ausdruck gebracht. Der abgehende Pfeil stellt das Ergebnis dieses Vergleiches (die Differenz e = Sollwert - Istwert) dar.

Hier einige Beispiele für Äußerungen, die alle nicht zustande kommen könnten, wenn ihnen nicht das Vergleichen voraus ginge:

"heute geht es mir nicht gut";  "das ist nicht gut, was du da machst";  "es ist nicht das Beste, aber es geht";  "besser wäre, du ...";  "diese Farbe gefällt mir besser als die andere";  "das geht mir aber zu langsam"; "nun sind sie etwas zu weit gegangen";  "es lässt mich kalt";  "vielleicht hätte ich es doch anders machen müssen";  "ich muss jetzt gehen, mir läuft die Zeit davon",  "im Moment kann ich nicht, bitte lass mich in Ruhe"; usw.

Aufgabe:
      
       
 
 
 
Versuchen Sie selbst noch mehr Beispiele zu nennen, bei denen letztlich immer der Vergleich voraus geht, oder dafür entscheidend ist, dass so eine Aussage (sie steht für das Verhalten) zustande kommt.

Gäbe es diese Funktion Vergleichen nicht, so könnten wir zum Beispiel das alles nicht:

  • einen Unterschied feststellen
  • eine Entscheidung treffen
  • eine Verabredung (einen Termin) einhalten
  • wir könnten nicht einmal jemandem die Hand geben, denn wir würden sie verfehlen; usw.
Aufgabe:
    
 
 
Versuchen Sie eine Vorstellung davon zu erlangen, wie viele Vergleiche in Ihrem Gehirn an einem Tag ablaufen !? 

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Das Gehirn verarbeitet und speichert Information und es ist ein komplexer Regler.

Das Gehirn ist ein sehr komplexer Regler. Um die Aufgaben in einem komplexen Organismus erfüllen zu können, muss es Information verarbeiten und unter anderem auch verarbeitete Information speichern und diese vielfach verarbeiten können. Dadurch kommt es z.B. auch zu dem, was wir Erfahrung nennen. Aber selbst die Erfahrung hat keinen Selbstzweck, sondern dient dem Regler als Sollwert.

Also, was das Gehirn alles tut, gipfelt im Vergleichen.

Das Gehirn steht als Regler im Dienste eines Organismus (Körpers). Es vergleicht was außen (in der Umwelt), aber auch "innen" (im Organismus) vorgeht, mit den Bedürfnissen (Führungsgrößen, Sollgrößen und Sollwerten) des Organismus und veranlasst das Verhalten der Organe so, dass es im Sinne des Lebens und Überlebens des Organismus ist, in dem es "sitzt".

  • Ohne Umwelt keine Definition vom Leben:

Es ist also eine Art Partnerschaft zwischen Gehirn und dem restlichen Organismus. Aber wohlgemerkt, ohne Umwelt geht nichts. Das heißt auch, dass es keine Definition vom Leben - mehr im Kapitel Das PRINZIP allen LEBENS - gibt, in der die Umwelt ausgeschlossen ist !


Was das Gehirn tun soll, weiss es aus Erfahrung. Dabei kann jedes Lebewesen - sowie der Mensch auch - zunächst auf eine "Erfahrung aus der biologischen (organischen) Entwicklung" zurückgreifen.

Diese Erfahrung ist das einzige "Wissen", was ein Mensch von Geburt mitbringt. Es ist eine Erfahrung, die in dem Erbmaterial, den Genen, verbleibt und vererbt wird.

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Das Ergebnis des Vergleiches (die Differenz) führt zum Verhalten !  Das Verhalten ist der eigentliche Zweck im Umwelt-Mensch-Regelkreis (allgemein aber auch im Umwelt-Lebewesen-Regelkreis --> sehen Sie dazu das Kapitel Das PRINZIP allen LEBENS).

Durch das Verhalten soll - wie schon im "Lehrsatz des Dietmar G. West" gesagt - ein Mensch, aber auch jedes Lebewesen die größtmögliche Sicherheit für sein Leben und Überleben in und mit der Umwelt erreichen.

Das bedeutet, dass das Gehirn die durch die Sinnesorgane vermittelte Information verwendet, um daraus das Verhalten des Organismus zu bilden, zu dem es gehört. Das Gehirn erfüllt verschiedene Aufgaben und bestimmt auch das Verhalten, indem es Befehle an die das Verhalten ausführenden Organe sendet. Die das Verhalten ausführenden Organe nenne ich --> Verhaltensorgane.

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  • Die grundsätzlichste Gemeinsamkeit aller Lebewesen

Obwohl ich in diesem Kapitel "PsychologiE-Naturgesetze" meine Betrachtungen hauptsächlich dem menschlichen Lebewesen zukommen lasse, möchte ich in diesem Zusammenhang sagen, dass das Vergleichen und das Verhalten verknüpfte Vorgänge sind, die von jedem Lebewesen ausgeführt werden, von den organisch gering entwickelten (z.B. Bakterien), bis zu dem organisch am höchsten entwickelten, dem Menschen.

Hierin liegt die grundsätzlichste Gemeinsamkeit aller Lebewesen. Und dies ist etwas, was auch --> Darwins Abstammungslehre (Charles Darwin 1809 -1882) nur bestätigen kann.

Mit diesen Bemerkungen greife ich allerdings dem Inhalt des folgenden Kapitels "Das PRINZIP allen LEBENS" (links im Menü auszuwählen) vor, weshalb ich für weitere Einzelheiten, die alle Lebewesen betreffen, auch auf dieses nächste Kapitel verweise.

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Vergleichen und Verhalten sind Funktionen, die jedes Lebewesen ausführt. Durch sie ist die Wechselwirkung mit der Umwelt und die notwendige Beziehung zur Umwelt, die jedes Lebewesen in einer der Art spezifischen Weise ausführen muss, gegeben und geregelt.

Was gegeben ist und der Zweck der hier erfüllt wird, ist Folgendes: Zwei komplexe Objekte (Bereiche)  - ein Lebewesen und die Umwelt - sind in einer bestimmten Beziehung, in "Verbindung" zueinander und in einer bestimmten  Abhängigkeit voneinander. Und hier gilt es ein Gleichgewicht, einen Gleichgewichtszustand zu halten.    

In den vorhergehenden Abbildungen 4 und 5 finden sie die Bedingung für den Gleichgewichtszustand jeweils in Form einer Gleichung des Vorganges Vergleichen = Sollw.-Istw. oder als e = Sollw.-Istw. zum Ausdruck gebracht. e ist hier die Differenz von Soll und Ist.  Es sind Gleichungen, die sich aus den Vorgängen des Vergleichens ergeben, die andauernd stattfinden.

"Seelische Gleichgewicht"
Wie bereits gesagt und betont, gehem aus diesem Wirkungsablauf Mensch-Umwelt oder aus den entsprechenden Regelkreisen, die ein Mensch mit den Objekten der Umwelt bildet, alle die Erscheinungen hervor, die wir der Psychologie zuordnen. Damit sind auch die Erscheinungen eingeschlossen, die wir dem "Seelischen" zuordnen oder unter diesem Begriff verstehen möchten. Daraus folgt, dass in dem gesamten Gleichgewichtzustand auch das eingeschlossen ist, was wir als "seelisches Gleichgewicht" bezeichnen. 
   

"Fließendes Gleichgewicht"
Wir wissen oder müssen zur Kennntnis nehmen, dass im Wirkungsablauf Mensch-Umwelt Änderungen in der Umwelt aber auch in einem Menschen auftreten. Dies hat zur Folge, dass es einen Gleichgewichtszustand nicht gibt, sondern dieser immer nur angestrebt wird. Die Regelung versucht zwar, ein Gleichgewicht herzsutellen, aber wegen der andauernden Änderungen eilt sie immer hinterher. Es ist in diesem Zusammenhang von einem Fließgleichgewicht zu sprechen.

Wie des öfteren bereits gesagt, ist diese Gleichung (e=SOLL-IST) stets stellvertretend für eine Summe von Vergleichen in vielen Regelkreisen zu verstehen.  

Auch hier möchte ich zunächst weiter keine genaueren Erklärungen abgeben, sondern sie für die Zukunft aufbewahren.   


Aufgabe:
        
       
            
 1.
  
 
  
Versuchen Sie zu erklären, warum der Mensch bezüglich des Gleichgewichtszustandes eine "missratene Brut" ist, die so gehandelt (sich so verhalten) hat, dass das Gleichgewicht auf der Erde nicht mehr gegeben ist.
 2.
 
 
Versuchen Sie die Gründe (Faktoren, Größen) zu nennen, die in dem postbiologischen Entwicklungsvorgang des Homo sapien sapiens diesbezüglich eine Rolle spielen und wirken. 

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Man kann den Regelvorgang, wie ich ihn in den vorhergehenden Abschnitten beschrieben habe und wie er bei allen Lebewesen wirkt, definieren.

Beim "technischen Regelvorgang" spricht man vom Vergleichen und Stellen:

           ___________________________________________________
 
Nach der Definition von "Technischen Regelungen" werden beim Regelvorgang oder bei dem Vorgang der Regelung zwei miteinander verknüpfte Vorgänge, nämlich Vergleichen und Stellen, verwirklicht.
Dabei wird eine Größe, die zu regelnde Größe, erfasst und mit einer anderen Größe, der Führungsgröße, verglichen. Die Differenz wirkt derart (durch das Stellen der Stellglieder an der Regelstrecke), dass dies zum Angleichen der zu regelnden Größe an die Führungsgröße führt.   
Der hierzu notwendige Wirkungsablauf vollzieht sich in einem geschlossenen Kreis, dem Regelkreis.
Unter Stellen ist die Einwirkung der Stellglieder auf die Regelstrecke zu verstehen.
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Beim "menschlichen Regelvorgang" ist vom Vergleichen und Verhalten (statt von Vergleichen und Stellen) zu sprechen (siehe auch --> Das Prinzip allen Lebens):

           ___________________________________________________

Bei Lebewesen ist der Vorgang des Vergleichens auch gegeben.
Der aus dem Vergleich hervorgehende Stellwert (der Wert der Stellgröße), wirkt auf die Stellglieder, die an der Regelstrecke in den Prozess eingreifen.
Für einen Menschen entspricht dieser Prozess den Vorgängen in der Umwelt. In diese greift er mit seinem Verhalten, mittels seiner Verhaltensorgane ein.
Der hierzu notwendige Wirkungsablauf vollzieht sich in einem geschlossenen Kreis, dem Umwelt-Mensch-Regelkreis.

 > Die zu regelnde Größe, die Regelgröße, liegt in der Umwelt ! <

Es ist demnach beim Menschen (und allgemein bei Lebewesen) von den verknüpften Vorgängen Vergleichen und Verhalten zu sprechen, die den Regelvorgang verwirklichen und entscheidende Vorgänge des Lebens sind.
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Zu den Definitionen und den Begriffen möchte ich noch einiges bemerken.

In der Umgangssprache verwenden wir diese Worte und die damit verbundenen Begriffe oft, ohne genau zwischen den Bereichen zu unterscheiden. So verwenden wir, auch wenn menschliches Verhalten gemeint ist, das Wort "stellen". Z.B. sagt man "stell dich nicht so an" oder "er hat sich dermaßen ungeschickt angestellt, dass etwas schiefgehen musste", usw.

Auch das Wort Verhalten verwenden wir nicht nur dann, wenn wir menschliches Verhalten meinen. So sprechen wir auch vom Fahrverhalten eines Automobils oder dem Verhalten eines Autos in der Kurve, oder vom Verhalten von Schiern beim Kurvenfahren, usw.

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Noch nie vorher wurden die Vorgänge, die zum Verhalten führen, in ihrem Grundsätzlichen, was zweifellos und hauptsächlich der geschlossene Wirkungsablauf und das Vergleichen ist, beschrieben. Wie das Gehirn das im Einzelnen macht, was also auf neuronaler Ebene abläuft, ist damit noch nicht geklärt. Aber wenn man schon einmal weiss, dass der Vorgang (die Funktion) Vergleichen stattfindet, dann wird man auch eher herausfinden können, wie dieser Vorgang im Einzelnen im Gehirn durchgeführt wird.

Wenn dieser entscheidende Vorgang - das Vergleichen - bislang auch unbekannt war, so haben die Erscheinungen (das Verhalten --> siehe auch Affekt), die durch diesen Vorgang zum Ausdruck kommen, die Menschen veranlasst, ihnen Bezeichnungen zu geben. So ist der Ausdruck Erleben auch in der Psychologie schon länger gebräuchlich, ohne dass man genau wusste oder immer noch nicht genau weiss, auf was er zurück zu führen ist.

Erleben geht auf das Vergleichen zurück. Ich möchte das hier nur erwähnen und behalte es mir vor, dies an anderer Stelle zu behandeln und zu erklären.

Erleben ist ein Begriff, unter dem Vorgänge zum Ausdruck gebracht werden, die im Gehirn ablaufen, wenn Ereignisse aus der Umwelt ein Gehirn erreichen, oder bereits "gespeicherte Erlebnisse" verarbeitet werden. Vielfach wird "Erleben", nur mit "bewussten" Vorgängen in Zusammenhang gebracht.

Es ist in diesem Zusammenhang auch zu bemerken, dass in der Psychologie die Wörter "bewusst" und "unbewusst" immer wieder verwendet werden, obwohl man nicht genau weiss, was damit gemeint ist. Man weiss es deshalb nicht, weil die bekannten Grundlagen für ihre Bestimmung, also für die Definitionen nicht ausreichend sind.

Die folgende Abbildung zeigt in einer der möglichen Darstellungen den Zusammenhang von Erleben und Verhalten in dem Umwelt-Mensch-Regelkreis.

Erleben und Verhalten im Regelkreis !Abb. 6

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Vielleicht gehören Sie zu den Lesern, die schon längst auf eingehende Beispiele als Nachweis des hier Vorgetragenen warten. Dazu sei die Bemerkung angebracht, dass das hier Vorgetragene eine Beschreibung von bestimmten Vorgängen in der Natur ist, die den Erscheinungen, die wir leicht beobachten können, zugrunde liegen.

  • Die von uns leicht beobachtbaren Erscheinungen (der Vorgänge) gehen aus dem vorgestellten Wirkungsablauf, dem Regelvorgang, dem Regelkreis, dem Soll-Ist-Vergleich, usw. hervor.

Bevor ich zu Beispielen übergehe, muss ich Sie nochmals daran erinnern, dass das was geregelt wird, Eigenschaften von Objekten (aber auch von Handlungen und Vorgängen) in der Umwelt sind. --> Hinweis: Im Übrigen ist dies ein Thema, das ich in den Einzelheiten, die in diesem Zusammenhang noch aufzuzeigen sind, später aufgreifen und behandeln werde.

Also Sie, die dies jetzt lesen, oder ein anderer Mensch irgendwo auf der Welt, regelt die Eigenschaften der Umwelt. Das tun Sie, wenn Sie zum Beispiel ihr Kind auffordern, es solle dies so und nicht anders tun, oder es soll das tun oder lassen; oder wenn Sie Ihren Mann oder Ihre Frau auffordern freundlicher oder anders zu sein oder aber auch wenn Sie loben oder tadeln, usw. 

1. Beispiel:  Bessere Noten für Ihr Kind

Sie möchten, dass ihr Kind "gut" oder "sehr gut" in der Schule ist. Wie ihr Kind in der Schule ist, ist eine Eigenschaft, die Sie beeinflussen möchten. Sie möchten, dass es Ihren Vorstellungen entspricht. Diese Vorstellungen müssen sich auf Eigenschaften beziehen, z.B. auf das Betragen und die Leistung in der Schule. Diese Eigenschaften werden "gemessen" und kommen dann in den Noten zum Ausdruck.

Wenn Sie auf Ihr Kind in diesem Sinne regelnd Einfluss nehmen, dann gehen Sie von Ist- und Sollwerten aus und Sie fordern zum Beispiel "du sollst oder sollstest eine 2 (Zwei) im Durchschnitt haben". Die Aussage (Ihr Verhalten) "du solltest eine Zwei haben" drückt Ihren persönlichen Sollwert aus. Ihr Verhalten hat sich ergeben, weil der Istwert noch nicht dem Sollwert entspricht. Es ist noch eine Differenz (e=Soll-Ist) zwischen Soll und Ist. Das ist der Fall, wenn Ihr Kind zur Zeit eine 3 (Drei) hat, Sie aber eine 2 (Zwei) fordern. Es fehlt also noch "ein besserer Wert". Mit dieser Differenz bleibt die Forderung um "eine Note" besser zu sein. Wenn das eintritt und der Istwert eine 2 (Zwei) ist, wenn Ihr Kind die Note Zwei erhält, wird die Differenz Null (e=2-2), weil Ihr Sollwert erreicht und damit Ihre Forderung erfüllt ist.

Wäre es so, dass ihr Kind bereits eine 1 (Eins) hätte, dann ergäbe sich 2-1=1, eine Differenz, die eine absurde Forderung zeigt, da der Istwert bereits besser wäre, als es der Sollwert ist. Selbstverständlich würden Sie keine Zwei fordern, wenn Ihr Kind bereits eine Eins hätte. Es sollte hier nur der Vergleich mehr erklärt sein.

2. Beispiel:  Aus Ihrem Tagesablauf

Dieses zweite Beispiel wähle ich so, dass gleich mehrere solcher Vorgänge des Regelns deutlich werden. Dazu eignet sich ein Tagesablauf eines Menschen sehr gut. Nehmen wir an, es sei Ihr Tagesablauf.

Sie stehen um 6 Uhr morgens auf. Diese Zeit haben Sie sich als Sollzeit gesetzt. Sie haben sich am Abend davor vorgenommen um 6 sollst du aufstehen, oder Sie haben sogar den Wecker für diese Zeit gestellt. Wenn es 6 Uhr ist und der Wecker klingelt, wachen Sie auf und steigen aus dem Bett. Oder Sie stehen noch nicht auf, weil Sie sich sagen: 10 Minuten gönne ich mir noch. Wenn dann auch diese 10 Minuten vergangen sind, stehen Sie auf.

Sie sehen an diesen Beispielen, wie komplex unser Gehirn als Regler ist. In diesem Fall und noch einigen folgenden Fällen, vergleicht er einen Sollwert der in der Zukunft liegt, mit dem Istwert, der momentan gegeben ist, um dann ein Handeln (ein Verhalten) einzuleiten, wenn die Differenz Null  ist.

Nachdem Sie aufgestanden sind, gehen Sie ins Bad. Um nicht an die Türe zu stoßen, müssen Sie den Abstand zwischen Ihnen und der Türumrandung vergleichen.

Dies ist ein typischer Regelvorgang, den Sie bei allen Ihren Bewegungen im Haus, auf der Straße oder im Büro ausführen. Da Sie Ihn sehr oft gemacht haben, wird er nicht bewusst. Also Regelvorgänge werden auch unbewusst ausgeführt, ja hauptsächlich unbewusst. Damit Sie sich sicher bewegen, müssen andauernd Vergleiche zwischen Soll und Ist stattfinden.

Bei den Vorgängen der Bewegung, die Sie im Raum ausführen, werden hauptsächlich Abstände (Entfernungen, Distanzen, Nähe, Unebenheiten, usw.) beachtet und verglichen. Ist zum Beispiel ein Hindernis auf dem Weg, dann umgehen Sie es in einem bestimmten Abstand, dem Sollabstand, der Ihnen die notwendige Sicherheit gibt, oder Sie räumen das Hindernis aus dem Weg. 

Wenn Sie, nachdem Sie mit den Aufgaben im Bad fertig sind, aus dem Bad gehen, werden Sie von einem neuen Sollwert geführt (--> siehe den Begriff Führungsgröße, der noch behandelt werden muss), der zum Beispiel darin besteht, dass Sie um 8 Uhr in der Firma sein sollen (oder wollen). Dazu müssen Sie erfahrungsgemäß um 07:15 Uhr von zu Hause abfahren. Also um 07:15 sollen Sie abfahren. Dazu steigen Sie dann in Ihr Auto.

Wenn Sie ins Auto steigen, finden lauter Regelvorgänge statt. Wenn Sie in das Auto gelangen wollen (sollen), ohne sich irgendwo anzustoßen, müssen Sie verschiedene Abstände beachten und Ihren Körper entsprechend positionell regeln. Jetzt fahren Sie aus der meist engen Garage. Dazu müssen Sie gleich mehrere Sollwerte beachten: "Ich soll nirgends anstoßen"; "dazu soll ich einen bestimmten Abstand zum Garagentorrahmen einhalten".

Sind Sie auf der Straße, geht es erstrecht mit den Regelvorgängen weiter. Sie müssen einen Abstand zum Straßenrand und einen Abstand zu dem vorherfahrenden Auto einhalten. Diese Abstände sind Sollwerte, die Sie einhalten müssen, je nach Geschwindigkeit z.B. 0,75 Meter zum Straßenrand und 10 Meter zum vorausfahrenden Auto. Um diese Sicherheitsabstände einzuhalten, müssen Sie andauernd vergleichen.  Die Sollwerte haben Sie aus der Erfahrung (Fahrpraxis) für verschiedene Geschwindigkeiten "gesammelt" und sind in ihrem Gehirn gespeichert.

Sie müssen beim Autofahren andauernd vergleichen und stellen, also sich so verhalten, dass sie keinen Unfall machen. Wenn Sie diese Vorgänge auch nur für kurze Zeit nicht durchführen, dann sind Sie, je nach Geschwindigkeit, gleich im Straßengraben oder auf dem vor Ihnen fahrenden Auto aufgefahren.

Nach der Arbeit gehen Sie noch einkaufen. Zum Beispiel möchten Sie eine Jacke kaufen. Sie gehen in das Geschäft und suchen dort nach der Größe 48, nach einer bestimmten Farbe, nach einer bestimmten Form. Alles das sind für Sie Sollwerte. Sie suchen nach der Größe, Farbe und der Form, indem Sie die vorhandenen Jacken, nach diesen Sollwerten absuchen. Die vorhandenen Jacken haben die Istwerte, die Sie vergleichen. Haben Sie die Jacke mit den Sollwerten gefunden, werden Sie entsprechend handeln (sich verhalten).

Das waren einige Beispiele, an denen das Vergleichen und das Verhalten zu sehen und zu verstehen ist.

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Bislang habe ich Beispiele im Regelkreis genannt, in denen einem Menschen bekannt ist, was sein soll. Wie aber ist es, wenn eine neue Situation auftritt, für die keine Sollhandlung, keine Sollwerte zur Verfügung stehen? Das Gehirn weiss "weder was es will, noch was es soll".

Ich zitiere aus meiner Erinnerung (also vielleicht nicht ganz wortgetreu, sondern nur sinngemäß) hierzu Goethe:

"Der Mensch ist zu einer beschränkten Lage geboren. Einfache, bestimmte Zwecke mag er einzusehen und er benutzt die Mittel, die ihm zur Hand sind; wenn er aber ins Weite kommt, weiß er weder was er will, noch was er soll."

Mit dem "Weiten" meint Goethe wohl das noch nicht Bekannte, das Neue. Also wie steht das Gehirn, insbesondere als Regler, zu dem Neuen ?

Die Antwort hierauf möchte ich erst später geben. Bis dahin möchte ich Ihnen die Suche nach der Antwort überlassen.

Aufgabe: 
    
    
            
         
1. 
 
 
 
  
Versuchen Sie herauszufinden, was geschieht oder was geschehen muss, wenn eine neue Situation auftritt, für die Sie noch kein "Sollverhalten" und keine Vorstellung haben, was Sie tun sollen. Versuchen Sie auch "Größen" zu nennen, die hier eine Rolle spielen.
    
      
2.
 
Welche Vorgänge müssen im Gehirn ablaufen, damit es mit dieser Hürde des Neuen zumindest einigermaßen zurecht kommt ?

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Auch dieses Kapitel werde ich ständig überarbeiten, um Ihnen möglichst bessere Beschreibungen und Darstellungen zu bieten. Bitte schauen Sie daher bei einem späteren Besuch noch einmal auf dieser Seite vorbei. Vielen Dank für Ihr Interesse!

Ihr Dietmar West

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Eröffnet: 04/2008

27.09.2008 und 26.11.2010 weiter bearbeitet
06.09.2012: Absatz 3 erweitert
02.06.2013: Beispiele der Regelgrößen in der Abbildung 5 näher beschrieben
30.03.2015: • Die grundlegendste Definition der Psychologie hinzugefügt und die Reihenfolge am Anfang etwas umgestellt.